DIE VIA CROCIFERI
Diese
etwa parallel zur Via Etnea verlaufende kleine
Strasse wurde als einzige der Stadt seit ihrer
Entstehungszeit im 18.Jh keinerlei Veränderungen
unterworfen. In der Tat bewahrt sie den Zauber des
sizilianischen 18. Jahrhunderts. Die hohen
Schmiedeisernen Gitterwerke der Via Crociferi
verschönern den Skulpturen und Treppen bereicherten
Raum der Kirchen. Die Schönheit der Klausurmauern,
die lichten Innenhöfe und die dichten Gitter waren
eine Anregungsquelle für Film-Spielleiter. Unter den
zahlreichen Filmen, dank deren die Via Crociferi
berühmt wurde, sind: Il Bell’Antonio (1960), ein
Drama von Vitaliano Brancati, Hauptdarsteller
Marcello Mastroianni und Claudia Cardinale. Auch die
Storia di una Capinera (1944) von Zeffirelli, nach
dem Roman von Giaovanni Verga, spielt sich im
Schatten der Kirchen aus Weißen Kalkstein mit den
Konventgebäuden und hohen Gitterwerken ab.
DIE KIRCHE SAN
BENEDETTO
Einen
herrlichen Hintergrund der Via Crociferi bietet die
Galerie des Benedektinerklosters, ein Symbol wirrer
Leidenschaft und Kontraste des Wiederaufbaus von
Catania nach dem Erdbeben von 1693. Sie wurde in den
ersten Jahren des 18. Jh. auf ihrem ursprünglichen
Standort errichtet. Das Innere der Kirche besteht
aus einem Schiff mit polichromischen Marmorfussboden,
einem mit Edelsteinen und Silber geschmückten
Hauptaltar. Die Nonnen, die sich einst durch ihre
Bäckereien einen guten Ruf verschafften, pflegen nun
den Gesang. Ihnen wurde die Aufgabe übertragen, am
6. Februar morgens die Feierlichkeiten zu Ehren der
Hl. Agathe mit Ihrem Lobgesang zu beenden, bevor die
Heiligenstatue wieder in den Dom zurückkehrt.
DIE
KIRCHE SAN FRANCESCO BORGIA
Die
Kirche erhebt sich aus einer hohen Treppenflucht, um
sich dem beträchtlichen Höhenunterschied
anzugleichen. Das davorliegende Strassenniveau wurde
zweimal gesenkt, um die Fahrbarkeit der Kutschen zu
ermöglichen. San Francesco Borgia (1510-1572), ein
gebürtiger Spanier, war ein Verwandter Karls V. und
Gemahl der Leonora Castro. Eine Tiefe mystische
Krise war der Grund, weshalb er in die Bruderschaft
der Jesuiten eintrat, er wurde im Jahre 1624 von
Papst Urban VIII. seliggesprochen und im Jahre 1671
vom Papst Klement X kanonisiert.
DAS
JESUITENKOLLEG
Das
Jesuitenkolleg mit der dazugehörigen Kirche San
Francesco Borgia ist heute Sitz der Staatlichen
Kunstschule. Die Kompositionsache der Strasse
zugewandten Fassade stimmt mit dem prunkvollen
Eingang und mit dem darüber placierten Mittelbalkon
überein Das Bauwerk des Kollegs folgt der
kanonischen Typologie des Kollegs des
Jesuitenordens, und sah einst eine für die Schüler
und eine für die religiöse Gemeinschaft eine
Reservierte Zone vor. Der Innenhof besteht aus einer
ersten Bogenreihe Säulen und einer zweiten aus
fein bearbeiteten Pilastern und darüber eine
steinerne Leiste. Der geometrisch dekorierte
Fußboden aus schwarze Kiesel aus Lavagestein und
weiße Kalkstein, wirkt durch seine Vielfarbigkeit
besonders beeindruckend.